

Essig aus Alkoholresten selber machen: So geht’s
Nach Partys oder geselligen Abenden bleiben oft kleine Alkoholreste übrig, die schnell ungenießbar werden können – vielleicht ein offenes Bier oder ein letzter Schluck Wein in der Flasche. Wenn diese Reste niemand mehr trinken möchte, musst du sie trotzdem nicht gleich wegschütten, sondern kannst sie noch weiterverwerten. Verschiedene Möglichkeiten dazu haben wir in diesem Artikel zusammengestellt: Prost oder wegkippen? So lange halten sich alkoholische Getränke.
Eine besonders einfache Art, Alkoholreste aufzubrauchen, ist selbstangesetzter Essig. Dafür brauchst du nur drei Zutaten: Eine kleine Menge Bier, Wein oder anderen Alkohol, wahlweise etwas Apfelessig oder eine Essigmutter und bei hochprozentigen Getränken etwas Wasser zum Verdünnen. Ein Grundrezept stellen wir dir in diesem Artikel vor.
Wichtig dabei: Die Mengen, die du jeweils benötigst, richten sich nach der Menge des übrig gebliebenen Alkohols und nach dessen Alkoholgehalt.
Essig aus Alkoholresten herstellen: So einfach geht’s

Zutaten
Zubereitung
- 1
Fülle das alkoholische Getränk in ein Glas mit großer Öffnung und mindestens 500 Millilitern Fassungsvermögen.
- 2
Als nächstes gießt du den Alkohol mit Apfelessig und gegebenenfalls mit Wasser auf. Die Mengen, die du dabei brauchst, richten sich nach der Art des Alkohols:
- Verwendest du Bier, Cider oder ein anderes Getränk mit etwa fünf bis sechs Prozent Alkohol als Grundlage, brauchst du kein Wasser zum Verdünnen. Gieße das Getränk dann einfach mit der doppelten Menge Apfelessig auf.
- Verwendest du Wein, solltest du ihn zunächst mit der gleichen Menge Wasser aufgießen. Füge der Wein-Wasser-Mischung dann ebenfalls die doppelte Menge an Apfelessig hinzu.
- Bei Hochprozentigem wie Sherry oder Kräuterlikör solltest du so viel Wasser hinzufügen, dass der Alkoholgehalt auf etwa fünf Prozent absinkt. (Beispiel: 50 Milliliter eines 30-prozentigen Kräuterlikörs gießt du mit 250 Millilitern Wasser auf, um auf etwa fünfprozentigen Alkoholgehalt zu kommen.) Füge dann wie immer noch die doppelte Menge Apfelessig hinzu.
- 3
Um das Gärgefäß abzudecken, brauchst du ein Stück feinmaschigen, luftdurchlässigen Stoff aus Naturmaterial (zum Beispiel Baumwolle). Lege es über die Öffnung und fixiere es mit einem Gummiband.
- 4
Stelle das Gärgefäß dann an einen warmen Ort (25 bis 28 Grad sind die ideale Temperatur) und lass den Essig zwei bis vier Wochen gären. Beim Gären verströmt er einen an Klebstoff erinnernden Geruch – das ist ganz normal.
- 5
Fertig ist der Essig, sobald er nicht mehr nach Alkohol oder Klebstoff riecht. Du kannst dann eine Geschmacksprobe machen, um sicherzustellen, dass er genießbar ist.
- 6
Filtere den fertigen Essig durch einen Nussmilchbeutel oder ein feines Passiertuch und fülle ihn in eine saubere, verschließbare Flasche.
Wichtig: Die gallertartige Masse, die nach dem Filtern im Tuch zurückbleibt, solltest du nicht entsorgen, sondern aufbewahren: Es handelt sich um eine Essigmutter, die du in Zukunft als Grundlage für weiteren selbstgemachten Essig verwenden kannst.
Essig selber machen: Das solltest du wissen

Nach dem Filtern ist dein selbstgemachter Essig verzehrfertig. Du kannst ihn, wenn du möchtest, aber auch noch einige Wochen in der Flasche nachreifen lassen, damit sich sein Aroma verfeinert. Kühl, dunkel und verschlossen gelagert ist er mindestens ein Jahr haltbar, meist sehr viel länger.
Dass du im Herstellungsprozess hochprozentigen Alkohol erst verdünnen solltest, bevor du den Apfelessig hinzufügst, empfiehlt sich übrigens aus geschmacklichen Gründen: Die Essigsäurebakterien, die für die Gärung verantwortlich sind, verwandeln den Alkohol im Verhältnis 1:1 in Essigsäure. Normaler Speiseessig hat meist eine Essigsäurekonzentration von fünf bis sechs Prozent – also sollte auch die Basisflüssigkeit in etwa diese Konzentration haben. Ansonsten wäre der fertige Essig zu sauer, um noch genießbar zu sein.
Wichtig: In der Regel enthält Essig nach dem Gärprozess noch geringfügige Mengen Alkohol. Wenn du in deiner Ernährung vollständig auf Alkohol verzichtest oder den Essig an Menschen verschenken willst, die das tun, solltest du diesen Punkt bedenken.
Statt mit Apfelessig kannst du übrigens auch mit einer Essigmutter eigenen Essig herstellen. Mehr dazu, wie das funktioniert, erfährst du hier: Essig selber machen: Einfache Anleitung mit und ohne Essigmutter. In einem anderen Ratgeber zeigen wir dir auch, wie du eine Essigmutter selber machen kannst.
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